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Grand Canyon: Reisebericht Grand Canyon mit Skywalk

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Er ist ein Naturwunder, das für viele ganz oben auf der Reise-Wunschliste steht. Vor dem Anblick des Grand Canyon, erscheint einem das eigene Dasein ziemlich unbedeutend. Jahrhunderte lang war die große Schlucht für Europäer ein Niemandsland, das unbezwingbar erschien. Es gibt viel engere und tiefere Schluchten, als den Grand Canyon – aber keine zweite ist so berühmt und faszinierend wie diese. Doch wie kann man am besten die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in den Zeitraum einer normalen Urlaubszeit packen? Für uns schien Las Vegas der ideale Ausgangspunkt, denn von hier aus werden viele Touren in diese grandiose Landschaft angeboten.

Unser erster Ausflug brachte uns zum Hoover Dam, etwa 40 Kilometer von Vegas entfernt. Ohne die gigantische Talsperre wäre Las Vegas vermutlich nie zu dem geworden, was es heute ist. Da in den Boulder Cities, in denen die Arbeiter damals lebten das Glücksspiel untersagt war, zog es die Männer in ihrer Freizeit nach Las Vegas. Der aufgestaute Lake Mead hat je nach Wasserstand eine Größe von etwa 64 bis 69 Tausend Hektar. Auf eine Nacht in der Lake Mead Lodge verzichteten wir, denn am Abend lockte Las Vegas. Trotz des glitzernden Flairs gingen wir zeitig zu Bett, denn am nächsten Tag wollten wir ins Tal des Todes.

Von Vegas ist es ungefähr 180 Kilometer bis Death Valley, wo wir uns am berühmten Aussichtspunkt Dante's View einen Überblick über die Mondlandschaft verschafften. In einer Höhe von knapp 1670 Metern blickten wir in ein Tal, das einst für viele Goldgräber den sicheren Tod bedeutete. Unser Blick schweifte durch ein Tal, das 85 Meter unter dem Meeresspiegel liegt und zu den heißesten Regionen der Erde zählt. Wir fuhren weiter zum Zabriskie Point, der die schönste Aussicht über Death Valley verspricht. Im Hintergrund geben die umliegenden Bergketten dem Todestal ein hervorragendes Panorama, das die Kameras heiß laufen ließ - die Temperaturen gaben manchem Fotoapparat den Rest. Wer hier eine billige Kamera mit nimmt, hat selbst Schuld. Nach einer Stärkung in der Furnace Creek Ranch, traten wir die gemächliche Rückfahrt durch die grandiose Landschaft an.

Am nächsten Morgen sagten wir Las Vegas Adieu und nachdem wir den Hoover Damm passiert hatten, nahmen wir Kurs auf den Grand Canyon South Rim. Hierher kommen die meisten Besucher, denn es gibt sehr schöne Aussichtspunkte, die leicht zugänglich sind. Die Bildmotive ändern sich quasi im Minutentakt, denn je nachdem wir das Licht einfällt, haben die Gesteinsschichten binnen Minuten eine vollkommen andere Farbe. Am Yavapai Point kehrten wir in ein kleines Museum ein, in dem wir viel über die Entstehung des Canyons erfahren haben. Wir unternahmen einen kleinen Fußmarsch entlang des Canyonrands. Einige entschlossen sich zu einem Canyon-Abstieg, dazu muss man allerdings einen zusätzlichen Tag einplanen. Wer am gleichen Tag wieder den Aufstieg wagt, der stößt schnell an seine Grenzen. Wir verzichteten auf beides, denn am nächsten Tag war noch unser Abschluss-Highlight fest eingeplant.

Am letzten Tag vor unserer Heimreise bestiegen wir noch einmal ein Kleinflugzeug, das uns zum futuristischen Skywalk (nicht skyway) brachte. Den Weg hinauf zur Plattform wurden wir in einem Geländewagen ordentlich durchgeschüttelt, denn die Straße ist eine unbefestigte Schotterpiste. Die gläserne Plattform liegt im West Rim, im Reservat der Hualaipa-Indianer und ragt 22 Meter über die Schlucht hinaus. Von dem Rondell kann man 1300 Meter tief in den Abgrund schauen - also wirklich nichts für schwache Nerven. Die Tatsache, dass das verwendetet Glas aus Berlin und Köln kommt, wischte meine Zweifel beiseite. Deutsche Wertarbeit, was will man mehr? Wir schlüpften in Filzschuhe, ehe wir den kostbaren Glasboden betreten durften. Meine Bedenken keinen Boden unter den Füßen zu sehen zerstreuten sich. Die Spiegelung des leicht bewölkten Himmels war so stark, dass man eh nicht hindurch schauen konnte. Wir mussten uns schon ein wenig über das Absturzgeländer beugen, um in die Tiefe zu schauen. Fantastisch: nur Fliegen ist schöner.

In einer so kurzen Zeit bekommt man sicher nur einen klitzekleinen Einblick, ohne die wahre Größe des Grand Canyon wirklich zu begreifen. Dennoch haben wir nun eine leise Ahnung, wie gigantisch der Rest dieser wunderbaren Landschaft ist. Auf unserer nächsten Canyon-Tour, dürfen Angels Window und Monument Valley auf keinen Fall fehlen.

Danke für den Reisebericht Skywalk & Grand Canyon, Claudia

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