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Urlaub Madeira / Funchal - Reisebericht Madeira Reise

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Ich war im Frühling in meinem Urlaub auf Madeira, aber eigentlich ist es egal zu welcher Jahreszeit man auf die Blumeninsel im Atlantik reist, denn Frühling herrscht hier das ganze Jahr über. Gewohnt habe ich im Hotel Monte Carlo, das ist ein kleines altes Hotel ziemlich zentral über den Dächern der Hauptstadt Funchal gelegen. Das Haus ist eine alte Villa und versprüht einen ganz besonderen Charme. Es gibt lange Gänge und viele Türen und irgendwie hatte ich immer das Gefühl, als würden hier neben den Touristen auch Gespenster wohnen. Auf dem Dach gab es einen kleinen Swimmingpool, na eigentlich war es eher ein Planschbecken, mit Blick über die Stadt und aufs Meer. Ich mochte das Hotel sehr, auch wenn das Frühstück sehr an Schullandheimaufenthalte erinnerte mit Platikgeschirr und Kaffee und Tee in merkwürdigen Alukannen.

Vom Hotel Monte Carlo war es nur ein paar Schritte bergab bis zum Zentrum von Funchal. Funchal ist keine spektakuläre Stadt, es gibt ein paar Sehenswürdigkeiten wie die Kathedrale Sé, den Botanischen Garten oder das Casino von Oscar Niemeyer, der auch die Hauptstadt Brasiliens, Brasilia, gestaltet hat, aber bei einem Bummel durch die Stadt findet man viele kleine liebenswerte Cafés und die Lage direkt am Meer umgeben von Hügeln und die Blumenpracht sind schon sehr schön.

Im Hafen liegt ein Schiff, das die Beatles dort irgendwie vergessen haben oder sind sie darauf gefahren? Jetzt jedenfalls kann man darauf essen und trinken und es wird natürlich Beatles-Musik gespielt. Madeira ist kein Reiseziel für Partyhungrige, es ist eher ein Anti-Ibiza, würde ich sagen, das Durchschnittsalter der Touristen dürfte so zwischen 65 und 100 liegen, aber so hat man hier jedenfalls das Gefühl noch echt jung zu sein, auch wenn man zu Hause die Ü-30 Partys besucht.

Eine Sehenswürdigkeit von Funchal lässt sich wohl niemand entgehen: den Monte. Das ist ein kleiner Berg auf den einen eine Seilbahn bringt und bei schönem Wetter hat man auf der Fahrt einen tollen Blick weit hinaus auf den Atlantik. Oben auf dem Monte steht eine kleine Kirche in der der letzte Kaiser von Österreich-Ungarn begraben liegt, Karl I. Warum er dort begraben liegt habe ich vergessen, aber irgendwie war Madeira wohl so eine Art Kurort für die Royalty des 19. Jahrhunderts, denn Sissi, die aus dem Film, war auch auf Madeira im Urlaub und es gibt in Funchal eine Statue von ihr.

Aber weg von den Königen und zurück zum Monte. Wer einmal oben ist, muss auch wieder runter und vom Monte gibt es eine wirklich sensationelle Art des Abstiegs und zwar mit einem Schlitten. Die Schlitten werden auf Lastwägen auf den Berg gebracht und dann lenken Männer in schwarz-weißer Tracht die Touristen in den Schlitten hinunter. Das ist echt lustig und mir war auf der Fahrt ganz schön mulmig zumute, der Schlitten wird nämlich ganz schön schnell und der Schlittenlenker muss durch die kurvigen engen Straßen fahren. Das ist echt nichts für zartbesaitete Zeitgenossen aber ein Riesenspaß.

Auch eine Wanderung in den Bergen Madeiras ist nicht unbedingt was für Zartbesaitete. Viele Wanderwege führen an den Levadas entlang, das sind alte Bewässerungskanäle, die sich über die ganze Insel erstrecken. Meine Levada-Wanderung war wirklich denkwürdig. Das Wetter war toll, überall entlang des Weges grünt und blüht es, botanisch bin ich leider nicht bewandert, aber auf alle Fälle war es schön bunt.

Ich wanderte also so an der Levada entlang durchquerte einen dunklen Tunnel, bei dem man auf keinen Fall Gegenwanderer haben sollte, weil sonst kein Platz ist und irgendwann war ich dann mitten in den Bergen. Der Weg wurde immer schmaler und die Schlucht immer tiefer und zu allem Übel zog auch noch Nebel auf. Teilweise war der Weg so schmal, dass ich Angst hatte umzudrehen, was ich dann aber doch tat und im nächsten Dorf wartete ich zitternd auf den Bus zurück in die Hauptstadt.

Madeira ist eine wunderschöne Insel, überall grünt und blüht es, so dass sich ein Urlaub hier wirklich lohnt. Ein echtes Paradies für Wander- und Naturfreaks und für Liebhaber von Madeira Wein.

Danke für diesen Madeira Reisebericht, Carola

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