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Rom Reise - Reisebericht Rom (Städtereise)

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Dieses Jahr hatten wir beschlossen: Es darf auch gerne einmal ein Kultururlaub sein. Meine Freunde und ich waren uns alsbald einig, dass man nirgendwo so viel Kultur auf einmal erleben kann wie in Rom, der Ewigen Stadt. Überraschenderweise stellte sich die Bahn als das günstigste Verkehrsmittel für unseren fünftägigen Italientrip heraus. Ausgerüstet mit Gepäck, ein paar Getränken für eine heitere Fahrt sowie Ohrstöpseln für den Fall der Fälle trafen wir uns am Münchner Hauptbahnhof, wo unser Nachtzug aufbrechen sollte. Diese Art des Reisens erwies sich, abgesehen von den etwas zu kurzen und engen Betten, als angenehm praktisch.

Am Abend plant man noch den Urlaub und bei der Morgentoilette hört man schon die Durchsage „Next Stop: Roma Termini“. Der monumentale Bahnhofsbau, wir tippten auf eine Mussolini-Phantasie, stellte gleich ein erstes Highlight dar. Die gigantischen Hallen in ihrem weißen Marmorgewand hätte man uns genau so gut als Parlament oder Präsidentenpalast präsentieren können. Ansonsten kann man von einem Besuch des römischen Bahnhofsviertels nur abraten. Auf dem Weg in unsere Jugendherberge mussten wir auf nur gut 10 Minuten Fußstrecke über zwei „Drogenleichen“ hinwegsteigen.

Davon ließen wir uns aber unseren ersten Tag nicht verderben. Bei traumhaft italienischem Wetter machten wir uns auf den Weg zur berühmten Spanischen Treppe. Dort genossen wir am Brunnen eine Portion köstliches Eis aus einer der zahlreichen Gelaterias. Hier stellten wir auch schnell fest, dass die Römer ein sehr kontaktfreudiges Volk sind, vor allem die „Bellas“ aus unserer kleinen Gruppe waren bald in Gespräche mit meist jungen Signores vertieft… Wir wagten schließlich die Flucht, da uns noch zahlreiche Sehenswürdigkeiten erwarteten.

Das Pantheon, das am besten erhaltene Bauwerk der Antike und natürlich den berühmtesten und größten Brunnen der Stadt, den Trevi-Brunnen, konnten wir noch am ersten Tag abhaken. Danach genossen wir eine laue Spätsommernacht in verschiedenen Cafés, tranken Wein auf einer Piazza und ließen den Abend in einer Taverne ausklingen.

So kam es, dass der nächste Tag ein wenig später begann, als ursprünglich geplant. Bei glühender Mittagshitze erreichten wir schließlich den Circus Maximus, oder das, was noch davon übrig ist, und natürlich das antike Forum Romanum. Da die restliche Stadt anscheinend auf altehrwürdigen Ruinen errichtet ist, ist der alte Hauptplatz mit seinen Tempeln, der Kurie und den Versammlungsstädten heute in einer riesigen Grube gelegen. Bei all den Touristenfüßen, die tagtäglich über die alten Steine trampeln, grenzt es an ein Wunder, dass die Anlage überhaupt noch zu sehen ist. Begeistert stürmten wir im Anschluss in die schattigen Säulengänge des Amphitheatrum Flavium, das seinen viel bekannteren Namen Colosseum absolut zu Recht trägt.

Die nächste Station führte uns bis auf den Gipfel einer der sieben Hügel, auf denen die „Ewige Stadt“ errichtet wurde. Die prächtige Piazza, die auf dem Kapitolshügel liegt, wurde von Michelangelo persönlich gestaltet und beheimatet die kapitolinischen Museen, den Senatorenpalast und die berühmte Reiterstatue des Mark Aurels. Nach einem so geschichtsträchtigen und heißen Tag hatten wir uns erst einmal einen heiteren Abend in Roms Ausgeh-Viertel Transtiveri verdient.

Am nächsten Morgen gab es kein Pardon, geschlossen zogen wir zum Petersdom, dem Zentrum der katholischen Welt. Nach Betreten des Petersplatzes hatten wir Italien verlassen, wir befanden uns nun im kleinsten Staat der Welt, dem Vatikan. Unter den wachsamen Blicken der Schweizer Garde reihten wir uns in die Schlange vor dem Portal der römischen Kathedrale ein. Aber jede noch so große Menschenmasse verlor sich schnell in dem Bauwerk, das 60.000 Menschen Platz bietet. Auf engstem Raum reiht sich hier ein Meisterwerk an das andere: Papstpalast, Engelsburg, vatikanische Museen, sixtinische Kappelle,…

Doch sollte man auch bei größter Hitze auf angemessene Kleidung achten, denn schon eine knielange Hose kann zu kurz für den Einlass in diese heiligen Hallen sein. Nicht nur in unserer Reisegruppe trugen einige Touristen den Hosenbund erstaunlich tief und die Strümpfe erstaunlich hoch, um dieses Problem zu umgehen. Am Ende dieses Ausfluges beschlossen wir, dass mehr Kultur unmöglich zu ertragen sei. So blieben uns noch zwei Tage, in denen wir einfach das dolce vita in bella Italia auf uns wirken lassen konnten.

Danke für diesen Reisebericht, Sabrina

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