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Hausbooturlaub Irland - Reisebericht Irland Reise

Hier Hausbootferien in Irland buchen oder den Reisebericht Irland lesen

Da wir uns die heissbegeehrte Karibikkreuzfahrt immer noch nicht leisten können, beschlossen wir die Sache zunächst ein wenig kleiner anzugehen. Schließlich gibt es ja auch in Europa mehrere Möglichkeiten mit dem Schiff zu kreuzen. Von der Mittelmeerkreuzfahrt bis zur Kreuzfahrt auf der Donau wird eine Menge angeboten, aber auch nach intensiver Suche sagte uns kein Angebot so recht zu. Einmal hatten wir Angst den Urlaub mit lauter Rentnern zu verbringen, das andere Mal das die feine Gesellschaft auf dem Kreuzfahrtschiff zu fein für uns ist. Bis mein Mann mich auf einmal auf einen Reisebericht im Internet aufmerksam machte. Eine Familie erzählte hier von ihrem Hausbooturlaub auf dem Shannon. Der Shannon ist Irlands größter Fluss und gut 370 km lang.

Hielt ich die Idee anfangs noch für Spinnerei, schließlich kann man in Irland weder toll Sonnenbaden und im Meer schwimmen, wurden die Pläne meines Mannes immer konkreter. Er telefonierte mit Hausbootvermietungen und erkundigte sich nach Quarantänebestimmungen, und ehe ich mich versah, hatte er den Urlaub für uns organisiert. Nun stand fest: Familienurlaub dieses Jahr Hausboottour auf dem Shannon. Eigentlich ideal, wenn man ein kleines Kind hat, denn es wird nicht zu warm, die Anreise ist überschaubar und man kann sich mit den Einheimischen verständigen. Und trotzdem stellte ich mir die Woche auf "unserem" Hausboot einfach öde vor.

Mein Mann ging jedoch ganz in seinem Element auf, plante die Reiseroute und verglich Öffnungszeiten von Schleusen. Schließlich wollte er keine Zeit damit verlieren vor der Schleuse warten zu müssen, er wollte Boot fahren. Als Reiseroute wählte er den oberen Teil des Shannon, etwa 160 km lang. Auf unserem Weg lagen 6 Schleusen und in meiner Vorstellung ein riesiger Berg Langeweile. Da auf dem Shannon kein Revier für Binnenschifffahrt ist, wird dieser ausschließlich von privaten Booten befahren. Da man in Irland keinen Führerschein benötigt um ein Mietboot fahren zu dürfen, ist so eine Bootstour auf dem Shannon ein idealer Männerspielplatz.

Das Lenken des Bootes ist einfacher als man denkt. Schon nach einer kurzen Einweisung durch den Bootsvermieter war mein Mann in der Lage das Boot zu lenken. Und da auf dem Shannon keinerlei große Gefahren lauern, ist so eine Minikreuzfahrt auch für gänzlich ungeübte Hobbykapitäne zu bewältigen. Meine Sorge unterwegs irgendwo verloren zu gehen, erwies sich als gänzlich unbegründet. Zwar gibt es dadurch, dass der Shannon viele Seen ausbildet, rund 1 000 km befahrbare Strecke. Aber jedes Mietboot ist mit einem GPS-System ausgestattet, sodass man nicht verloren gehen kann, selbst wenn man sich wirklich bemüht.

Angereist sind wir mit dem Flugzeug. Da wir unser Kind dabei hatten, wollten wir nicht die lange Anreise mit dem Auto auf uns nehmen. Zumal man zweimal mit der Fähre übersetzen muss, sodass ein Flug die deutlich günstigere Wahl ist. Nach der Landung in Belfast nahmen wir am Flughafen einen Mietwagen, mit dem wir an den Ausgangspunkt unserer Reise fuhren: Lough Derg. Das ist der größte See, den der Shannon bildet und er hat einen Durchmesser von etwa 38 km. Er hat eine offene Form, was bei schlechtem Wetter dazu führt, dass ein ordentlicher Wellengang mit viel Wind entsteht. Am Süd-Ost Ufer gibt es mit den Carnadoe Waters etwas Interessantes zu entdecken. Dabei handelt es sich um ein ausgedehntes Schilfgebiet, das man problemlos mit dem Boot befahren kann. Sein Aussehen ist relativ unspektakulär, dafür hat man jedoch die Gelegenheit viele Vögel zu beobachten. Denn das Schilf dient ihnen ganzjährig als Versteck und Brutplatz.

Weiter ging es über den River Boyle den Lough Key, ein Zentrum des Bootstourismus und ein wirklich typisches irisches Städtchen. Es bietet sich an, am Abend, einen der zahlreichen Pubs zu besuchen. Gefallen hat es uns am besten in der Irish Rose, wo es dienstags und samstags Livemusik gibt. Hier bietet sich auch ein Besuch des Loug Key Forest Parks an, wo man sich unter fachkundiger Führung mit der Flora und Fauna Irlands beschäftigen kann. Die ist interessanterweise sehr begrenzt, denn es gibt beispielsweise nur 31 Säugetierarten. Das liegt daran, dass Irland während der Eiszeit ganz abgetrennt war.

Was es sonst noch zu erleben gibt? Nun ja nichts wirklich atemberaubendes. Man sitzt auf dem Boot sieht die Landschaft vorbeiziehen ... den Wechsel zwischen den saftigen, grünen Hügeln und der Seenlandschaft. Ab und zu trifft man ein anderes Boot, dann gibt es einen kleinen Plausch. Wenn man Lust hat, kann man sein Glück beim Angeln versuchen. Ideal also, wenn man einen Urlaub wünscht, bei dem man so richtig abschalten kann. Als Familie kann man es genießen, sich ganz in Ruhe miteinander zu beschäftigen. Zudem ist es eine grandiose Erfahrung sich von der Kraft des Flusses tragen zu lassen und sich seiner Geschwindigkeit anzupassen. Das heißt in erster Linie loslassen von der Hetze, der sich viele Menschen im Alltag hingeben.

Danke für den Reisebericht von den Hausbootferien in Irland, Mia

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