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Finnland Reise - Reisebericht Finnland Urlaub

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Zusammen mit sechs Freunden hatte ich beschlossen, dieses Jahr mal einen ganz anderen Sommer-Urlaub zu erleben. Nicht in die Sonne Italiens, Spaniens  oder Griechenlands zog es uns, sondern genau in die Gegenrichtung, wir machten eine Finnland Reise. Schon beim Packen wurde es spannend: Laut Reiseführer besteht im August nämlich sowohl die Möglichkeit auf einen heißen Badesommer, als auch die Gefahr, dass man lange Unterhosen braucht. Schließlich brachen wir mit zwei Autos auf, die mit Klamotten für alle Fälle voll gestopft waren.

Unser erstes Etappenziel auf der Finnland Reise war Rostock, wo unsere Fähre am nächsten Morgen ablegen sollte. Da wir alle möglichst wenig Geld für die Anreise ausgeben wollten, hatten wir keine Kabinen gebucht, sondern breiteten unsere Decken im so genannten Schlafraum aus, der allerdings mehr wie ein Kinosaal ohne Leinwand aussah. Als Zimmergenossen hatten wir hauptsächlich andere junge Leute, so dass man zwar nicht viel Schlaf, dafür aber etliche Drinks und gute Unterhaltung bekam. Nach zwei heiteren Nächten landeten wir schließlich in Turku an der finnischen Südwestküste.

Schon die Hafeneinfahrt hätte die Vorlage für Skandinavien-Postkarten sein können: Bunt gestrichene Holzhäuser leuchteten zwischen Birken und Nadelbäumen hervor. Knapp hinter Nokia, Geburtsort eines heute wohlbekannten Weltkonzerns, hatten wir eine Ferienhütte an einem der zahlreichen Seen gemietet. Die freundlichen Eigentümer zeigten uns noch die hauseigene Sauna, das Ruderboot, die drei verschiedenen Terrassen und überließen uns sogar noch ihre eigene Angellizenz. Daraus schlossen wir, dass die Finnen ein sehr gastfreundliches Volk sind, nur verstehen kann man ihre Sprache leider gar nicht.

Auch das Wetter meinte es gut mit uns, so dass wir eine entspannte Woche mit Bootstouren, Saunagängen und frisch gefangenem Fisch genießen konnten. Doch schließlich packten wir die Badehosen wieder ein, löschten das Lagerfeuer und brachen aus der Wildnis auf in die zweitgrößte Stadt Finnlands, Tampere.

Sehr interessant fanden wir vor allem die Tatsache, dass hier die Bürgersteige beheizbar waren, was jedoch Gott sei Dank nicht nötig war. Den Kern dieser alten Industriestadt bildet ein altes Schleusensystem, aus dessen Turbinen früher die Energie für die Fabriken kam. Heute jedoch ist der Fluss in schöne Parks eingebettet und die Fabrikhallen aus rotem Backstein sind alle frisch renoviert und beherbergen Bars und Lokale. Hier trifft sich ab dem späten Nachmittag die ganze Stadt, man sitzt in Gruppen auf der Wiese und beginnt schon einmal zu feiern.

Hier kam man dann auch schnell mit Einheimischen ins Gespräch, denn zumindest die jungen Leute sprechen sehr gut Englisch, einige auch Deutsch. Da das Nachtleben in den Clubs und Diskotheken in Tampere erst ab Mitternacht so richtig beginnt, die Finnen aber schon vorher sehr gesellig sind,  waren spätestens ab 10 Uhr abends alle im Freien, wo nun eine richtige Volksfestatmosphäre aufkam.

Die nächsten drei Tage benutzten wir unser Hostel eigentlich nur zur Gepäckaufbewahrung, weil zum Schlafen gar keine Zeit blieb. Zum Abschluss unserer Finnland Reise besichtigten wir noch den großen Vergnügungspark in Tampere, um uns dann unserem letzten Ziel zu zuwenden: der Hauptstadt Helsinki.

Hier stand erst einmal Kultur auf dem Programm. Wir besichtigten Monumentalbauten wie das Parlament oder den fast noch prächtigeren Hauptbahnhof, den historischen Hafen mit seinen Markthallen und Matrosenkneipen, und natürlich die großen Kathedralen. Der evangelische Dom beeindruckte durch seine schiere Größe und Schlichtheit, während wir in der russisch-othodoxen Kirche die Sonnenbrille aufgrund des strahlenden Gold und Silbers gar nicht abnehmen konnten. Auch in Helsinki stellten wir wieder fest, dass die Finnen sehr gerne und vor allem feucht fröhlich feiern.

Der Treffpunkt für Alt und Jung war hier die ehemalige Festungsinsel Suomenlinna, die mit der Fähre in einer halben Stunde erreichbar ist. Hier saßen wir stundenlang am Strand zwischen den alten Mauern einer Zarenburg und Weltkriegsbunkern, rostiger Artillerie und alten gusseisernen Kanonenrohren. Keine 50 Meter von uns entfernt fuhren die riesigen Fähren ein und aus, die dann auch uns –viel zu früh- wieder zurück aus dem Urlaub nach Hause brachten…

Danke für diesen Finnland Reisebericht, Sabrina

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