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Urlaub Dahab: Reisebericht Dahab (Sinai)

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Fortsetzung des Kairo Reisebericht: Am Samstagabend nahmen wir einen Überlandbus an einer der größeren Busstationen nach Dahab. Eine vorheriges Reservierung ist nötig, dann steht der 9-stündigen Nachtfahrt auf die Sinaihalbinsel nicht mehr im Wege. Die Busse fahren 3-4x täglich, Tagfahrt also ebenso möglich, Eine Fahrt pro Person 90 Bound, „richtiger“ Bus mit Toilette, Pausen und zwei Fahrern. Jedoch wenn nicht gerade ein Film auf den modernen 2 Busbildschirmen abgespielt wird, tönt Gebetsmusik aus dem Radio.)

Dank den Insider-Informationen der Iaeste-Praktikanten kommen wir morgens im Sharm-El-Sheik –ähnlichen, aber wesentlich günstigeren Dahab an. Man sollte sich unterwegs nicht von den Passkontrollen und Sicherheitsmaßnahmen verschrecken lassen – sie sind nach den Anschlägen von 2006 nötig geworden. Normale Touristen haben keine Probleme. (Wie wir später erfahren hat es ein Lonerider-Motorradtourist allerdings schwieriger: 6 Stunden Aufenthalt vor der Ägypteneinreise bis z. B. ein ägyptische Führerschein ausgestellt wird etc.)

In Dahab ist es touristisch-traumhaft. Der Ort besteht aus einer Hauptpromenade und 2-3 Sträßchen, an denen sich Restaurant an Handtuch-TShirt-Uhren-…-Shop an Tauchshop an Tourenorganisation (Quad, Bike, Pferd, Ausflüge, Kamel, …) drängt. Es ist ein kleiner Ort, umgeben von nichts als steiniger Wüste. Auch gibt es keinen Strand als solchen. Dennoch ist es traumhaft, wenn man sich darauf einlassen kann: Man liegt auf gemütlichen bepolsterten Strandliegen direkt am Wasser (= mit den Beinen quasi über dem Wasser), gelangt über kleine 3stufige Steintreppen ins absolut klare rote Meer. Die Preise sind auch hier nahezu unglaublich. Einer 2-3 stündigen Quadfahrt kostet z. B.  ca. 15 Euro.  Essen ist üblicherweise (bei geschicktem Handeln s.o.) incl. Vor- und Nachspeise und kostet zwischen 20 und 100 Bound. Eine Schnorchelausrüstung (unbedingt probieren!) am Tag ca 10 Bound. Überhaupt ist es hier ein Taucherparadies – man beobachtet überall Gruppen, die hier eine padi-Lizens (über mehrere Tage) erwerben. Wir haben uns für ein BeginnersDive entschieden: Eine knappe Stunde in voller Tauchermontur, ohne selber zu schwimmen am Haken eines Guides für ca. 25 Euro. Desweiteren haben wir an einer Mount Sinai (Bibel) Wanderung teilgenommen: Um ca 23h startet man per Minibus, kommt ca. 2 Uhr am Katharinenkloster an, wandert ca. 2 Stunden dort hoch (nicht für jeden geeignet! Auch wenn man sich auf dem Weg ein Kamel mieten kann), erlebt auf dem gipfel den Sonnenaufgang, klettert ca 2 Stunden wieder hinab und wartet ca eine Stunde auf die Öffnung des Klosters zwecks Besichtigung (-> brennender Dornbusch). Rückkehr am Hotel in Dahab gegen 12h. Aber wie oben schon beschrieben kann man sich dort ja gut erholen.

Ramadan: Ich hörte von einigen Mitmenschen, dass es zu der Fastenzeit im Sommer etwas besser / aufregender  sei ein islamisches Land zu erkunden. Ja, nach Sonnenuntergang ist der Teufel los, und Ja, die familiären bzw. großgruppen Tafeln sind beeindruckend. Es ist für einen Kairotouristen jedoch nicht nur hinderlich die Wasserflasche möglichst nicht völlig öffentlich aus dem Sack zu holen, sondern auch zu bedenken, dass viele Geschäfte / Restaurants bis zum Abend gar nicht geöffnet haben. Auch stellt sich eine latent miese Stimmung zwischen Mittags und Abendzeit bei den Moslems ein. In Dahab gab es dieses Problem nicht, dort ist es einfach zu sehr auf Tourismus eingestellt.

Essen / Trinken: Ich kann stolz berichten nicht von einem Magenproblem betroffen gewesen zu sein. Ein gewisses Dauergrummeln ja, aber evt auch von anfangs schlichtweg weniger Essen. Jedoch sollte man dringend mit Essen vorsichtig umgehen. Dies kann man auch an den am Straßenrand teilweise aufgehängten Tierkadavern oder den Schlachterlädchen gut beobachten: Dreck, Fliegen, Hitze usw.

Ebenso sollte man auf keinen Fall Leitungswasser trinken, es enthält Chlor und ich-will-nicht-wissen-was-sonst-noch. Mit dem überall zu kaufenden Fladenbrot und den leckeren Früchten, auch in Saftform (Mangojuice forever!) kam ich hingegen sehr gut zurecht. In Dahab war alles sehr verträglich – es wurde auch oft geworben mit „mit Mineralwasser gewaschen / gekocht“ …

Klima: In Kairo tagsüber ca. 30-35 Grad, jedoch trockene Hitze, gut zu ertragen. Nachts auch sehr warm, gewöhnungsbedürftig, aber Air Condition überall. Lediglich außerhalb z. B. an den Pyramiden Mütze nicht vergessen, hier ist es in der Sonne wirklich heiß! Ansonsten ist über Kairo noch zu sagen, dass wenn 8 Mio. Menschen alte Autos bewegen, sich logischerweise eine Dunstglocke bildet. Das merkt man spätestens an der Kleidung. In Dahab war es noch etwas wärmer, aber dort hat man die Wärme noch weniger gemerkt. Lediglich der Sonnenbrand stellt sich noch früher ein als erwartet. Desweiteren ein Zitat aus dem Netz: „Die Wassertemperatur fällt ganzjährig nicht unter 20 Grad“.

Menschen, die man auf jeden Fall trifft:

- Hilfsbereite, englischsprechende, freundliche Araber.

- Ungläubig hinter der blonden Freundin herstierende Araber.

- In der Metro / im Bus ernsthaft betende Araber.

- Trickreiche Taxifahrer.

- Auf dem Basar / Vor dem Restaurant stehende „Hereinzieher“.

- Engagierte junge Studenten / Hotelboys etc.

- Menschen aus wirklich armen Verhältnissen.

Danke für den Reisebericht Kairo & Dahab, Steffen

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