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Urlaub in der Bretagne: Lilia und das Finistère (= Ende der Welt)

Anfang September 1994 war ich auf der Suche nach einem Miturlauber für die Urlaubsziele Rimini (ITA) oder Salou (ESP). Falls niemand mitfahren wollte, wäre ich an die französische Küste (siehe auch Reiseberichte Normandie oder Cannes) gefahren und hätte einfach einen Erholungsurlaub allein gemacht. Mike fand das dies eine tolle Idee sei und er wollte mit nach Frankreich. Daraufhin haben wir uns dann aus dem Inter Chalet - Katalog ein preisgünstiges Haus, nur wenige Meter vom Meer entfernt, herausgesucht. Leider mußten wir feststellen, daß die Bretagne zu dieser Jahreszeit bereits total ausgestorben war.

Phare de l'île Vierge (Leuchtturm)

Unser Haus lag in Lilia (in der Region Finistère), dem wohl totesten aller Orte in der Umgebung. Na gut, 2-3 mal am Tag sind schon Leute an unserem Haus vorbeigekommen, und immer wenn Flut war, kam das Meer auch bis auf 50 m heran. Aber ansonsten passierte hier rein gar nichts. Ein französischer Dichter hat einmal gesagt: "In das Finistère kommt der Lärm der Welt um dort zu sterben." Dem ist absolut nichts hinzuzufügen!

Eine richtige Attraktion hat Lilia aber; den Phare de l'île Vierge (s.Foto bei Flut), den mit 82,5 m höchsten Leuchtturm Europas. Dieser liegt nur wenige Meter von der Küste der Bretagne bei Lilia entfernt und ist nur mit einem Boot erreichbar.

Aber das war noch nicht alles was man in Lilia sehen bzw. erleben konnte. Bei Ebbe werden kleine Inseln zu relativ großen Landflächen, die man sogar zu Fuß erreichen kann, da sich das Wasser um Lilia herum an vielen Stellen völlig zurückzieht.

Aber Wrac'h - Fjordartige Bucht

Strand von Quiberon

Côte de Granit Rose

So eine Wattwanderung kann schon ziemlich interessant sein. Noch viel interessanter ist allerdings eine nächtliche Fackelwanderung am Meer entlang. Da es ziemlich windig war, hatten wir das Problem, das wir unsere Fackeln gar nicht so schnell wieder anzünden konnten, wie sie ausgingen. Als Mike es dann auch noch geschafft hatte das Feuerzeug und den Wohnungsschlüssel am Rande des Wassers zu verlieren, während beide Fackeln aus waren und es Stockdunkel war, kam tatsächlich so etwas wie Abenteuerfeeling auf.

Ausflüge nach Süden und Westen

Nachdem in Lilia ja nun nicht gerade so übermäßig die Post abging, haben wir natürlich viel unternommen. Dabei haben wir z. B. die Partnerstädte von Küps und Kronach, Plouay und Hennebont, besucht. Wir haben in einem Wald, dem Forêt de Paimpont die Grotte des (König) Arthus gesucht und haben den mit 384 m höchsten Berg der Bretagne, den Roc Trévezel, erklommen.

Im Westen waren wir natürlich in Brest und haben uns das Meereskundemuseum Océanopolis angesehen. Doch irgendwie hat uns das nicht umgehauen, denn die deutsche Sprache war dort Mangelware. Wer jedoch fließend französisch spricht, dem kann es dort schon gefallen. Interessanter fanden wir da schon den imposanten Militärhafen und das Marinemuseum.

Wesentlich interessanter wird es dann an der rauhen Küste, südlich von Brest. An der Pointe du Raz kann man deren Schönheit dann in vollen Zügen genießen.

Auf dem Weg die Küste entlang nach Süden, haben wir dann noch einen Abstecher auf die Halbinsel Quiberon gemacht, wo sich ein schöner Touristenort mit einem, im Sommer, sehr beliebten Badestrand befindet.

Ganz in der Nähe, in Carnac ragen über 3.000 mystische Menhire aus der Steinzeit in den Himmel. Diese tonnenschweren "Hinkelsteine", von denen man bis heute noch nicht genau weiß, wie und warum sie dort stehen, sind wirklich faszinierend.

Ausflüge entlang der Nordküste

Ein hübsches altes Hafenstädtchen ist Roscoff, von wo aus man außerdem mit einer Fähre stündlich auf die 4 km entfernte Insel Ile de Batz übersetzen kann.

Nur wenige Kilometer entfernt liegt das Städtchen Morlaix, das vor allem wegen seines einmaligen Eisenbahnviadukts, welches sich mitten über der Stadt erhebt, bekannt ist. Die schöne Altstadt ist vor allem von hübschen Fachwerkhäusern geprägt. Zwischen Roscoff und Morlaix sieht man kilometerweit Artischockenfelder (s. Foto), die das Bild von der grünen Bretagne bestätigen.

Ein weiterer Ausflug führte uns zum Cap Fréhel. Dort konnten wir die Bretagne von ihrer wilden Seite kennenlernen. Der Wind war so stark, das ich Probleme hatte den Camcorder zu halten. Dementsprechend habe ich auch nur ein Foto vom nebenan auf einer Nachbarklippe liegenden, Fort la Latte.

Côte de Granit Rose

Ebenfalls im Norden liegt die Côte de Granit Rose, die ihren Namen von ihren rosa schimmernden Granitfelsen hat. Leider habe ich auf meiner Tour durch die diversen Ferienorte von Trébeurden bis nach Tréguier den Überblick verloren, welches Foto ich wo aufgenommen habe. Deshalb sind einige Fotos ohne ohne genaue Ortsangabe.

Fazit: So, das war es dann aus der Bretagne. Wer dort am Meer auch ein paar Menschen treffen will, sollte wohl lieber im Juli oder August dort hinfahren. Wer möglichst viel von der Bretagne sehen will, der sollte sich besser auf eine Rundreise begeben, denn von einem Ort aus sind die Entfernungen zu den diversen Ausflugszielen auf Dauer einfach zu weit. Dabei empfiehlt es sich z.B. am Mont St.Michel (Normandie) zu starten. Weiter über St. Malo, die Küste entlang an die Côte de Granit Rose, immer weiter bis Brest. Dann weiter nach Süden an der wilden Westküste entlang bis schließlich nach Carnac und vielleicht sogar bis nach La Baule und Nantes.

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Vom Winde verweht


Fischerboote bei Ebbe


Abendstimmung in Lilia


Ferienhaus


Blick vom höchsten Berg


Küste an der Pointe du Raz


Menhire nahe Carnac


Roscoff


Fort La Latte


Côte de Granit Rose





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